BMFTR-Zukunftscluster nanodiag BW erhält Förderung für zweite Umsetzungsphase
Der Zukunftscluster nanodiag BW hat die Zusage des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für eine weitere dreijährige Umsetzungsphase im Rahmen der Clusters4Future-Initiative erhalten. Mit der Bewilligung von 15 Millionen Euro kann das Innovationsnetzwerk seine Arbeiten an nanoporengestützten Diagnoseverfahren ab April 2026 nahtlos fortführen. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt das Clustermanagement durch flankierende Maßnahmen. Das NMI ist Teil dieses Clusters.
nanodiag BW arbeitet an einer neuen Generation molekularer Diagnostik auf Basis der Nanoporentechnologie. Diese ermöglicht es, einzelne Proteinabschnitte direkt und in Echtzeit zu analysieren und zu identifizieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf epigenetischen Modifikationen, die eine zentrale Rolle bei der Entstehung vieler Krankheiten wie Krebs oder neurodegenerativen Erkrankungen spielen. Ziel ist es, die personalisierte Diagnostik epigenetischer Marker niederschwelliger zu gestalten – mit einer kostengünstigen, leicht verfügbaren und vor-Ort einsetzbaren Alternative zur etablierten Massenspektrometrie.
NMI erforscht Nanoporen in 2D-Materialien und Optimierung von Festkörper-Nanoporen-Sensoren
Das NMI ist mit zwei Teams vertreten. Dr. Peter Jones und seine Kolleg:innen stellen Festkörper-Nanoporen mit Hilfe fokussierter Elektronen- oder Ionenstrahlen her und integrieren sie auch in Arrays mit Mikrofluidik und Elektroden. Ihr Ziel ist, Festkörper-Nanoporen-Sensoren einfacher und in höherer Zahl herzustellen und dabei gleichzeitig die Messergebnisse zu verbessern.
Das Team von Prof. Jannik Meyer erforscht das gezielte Einbringen von Nanoporen in 2D-Materialien und andere Membranmaterialien und untersucht die Struktur dieser Membranen und Poren mit Hilfe der atomar auflösenden Elektronenmikroskopie.
In der ersten Förderphase konnten bereits wichtige Grundlagen geschaffen werden: Die Partner entwickelten unterschiedliche Nanoporenplattformen, mikrofluidische Systeme und KI-gestützte Verfahren zur Auswertung der elektrischen Signaturen einzelner Moleküle. Mit der zweiten Phase orientiert sich die Entwicklung stärker am Bedarf zukünftiger klinischer Anwendungen in der epigenetischen Diagnostik.
Hintergrund
Die Clusters4Future-Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt regionale Innovationsnetzwerke darin, exzellente Forschungsergebnisse schnell in wirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Anwendungen zu überführen. Die 14 Zukunftscluster können vom BMFTR maximal für drei Umsetzungsphase von jeweils drei Jahren gefördert werden – nach erfolgreicher Begutachtung.
Über nanodiag BW
nanodiag BW ist ein interdisziplinäres Innovationsnetzwerk in Baden-Württemberg. Der Cluster wird koordiniert von der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. Er vereint mehr als 20 Partner aus Forschung und Industrie mit dem Ziel, die Nanoporentechnologie für die molekulare Diagnostik der Zukunft nutzbar zu machen. Durch die Analyse einzelner Proteine und ihrer Modifikationen sollen neuartige diagnostische Verfahren entstehen, die im klinischen Alltag schneller, kostengünstiger und personalisierter eingesetzt werden können.
Schwerpunkte der zweiten Umsetzungsphase liegen auf der Optimierung der biologischen Poren und der Zielanreicherung. Im Bereich der Festkörpernanoporen wird die Skalierung der Porenherstellung sowie die Systemintegration eine entscheidende Rolle spielen. Bei der Entwicklung eines digitalen Nanoporen-Sequenzierers liegt der Fokus auf der Vorbereitung der klinischen Anwendung und der Validierung eines epigenetischen Biomarker-Panels. Zudem sollen alle Maßnahmen getroffen werden, um den Cluster durch die Wahl der richtigen Gesellschaftsform zu verstetigen und über die neunjährige Förderphase hinaus zukunftsfest zu machen.
Quelle: Pressemitteilung des Clusters nanodiag BW vom 6. Februar 2026, ergänzt