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Inversionsgel zur Verhinderung pathologischer Adhäsionen im Bauchraum

Bioaktive Implantate als Adhäsionsbarriere

Projektname: InGel
Inversionsgel (InGel) zur Verhinderung pathologischer Adhäsionen im Bauchraum
Projektleiter: Prof. Dr. B. Schlosshauer
Geldgeber: BMBF
Projektträger: VDI
FKZ: 13N12454
Laufzeit von: 01.10.2012
Laufzeit bis: 30.09.2015

Im Verlauf diese Projekts soll eine resorbierbare, biokompatible und minimalinvasiv einsetztbare Adhäsionsbarriere entwickelt werden. Dabei wird das Inversionsprinzip zur Anwendung kommen, bei der eine Matrix für gefäßlose Gewebebildung, wie z.B. Knorpelgewebe, genutzt wird um eine gefäßabhängige Narbenbildung, und somit eine Adhäsion, zu verhindern.

Beschreibung

Das medizinische Ziel ist die Entwicklung einer bioaktiven Adhäsionsbarriere als Implantat. 60-90% aller Bauchraum-Operationen führen zu pathologischen Verwachsungen (Adhäsionen). Chronische Schmerzen, Unfruchtbarkeit und letale Darmverschlüsse können die Folgen sein. Mehrere membranartige und flüssige Adhäsionsbarrieren, die zwischen verletzte Gewebeoberflächen aufgebracht werden, sind klinisch zugelassen, finden aber auf Grund unzureichender Wirksamkeit keine generelle Akzeptanz. Um Adhäsionen zu verhindern, sollte eine ideale Adhäsionsbarriere minimalinvasiv (flüssig) applizierbar und an jede Gewebetopographie anpassbar sein, eine hervorragende Biokompatibilität zeigen, keine Entzündung, Gefäßbildung und Narbengewebebildung erlauben und nach wenigen Wochen resorbiert sein. Ferner sollte eine Adhäsionsbarriere kostengünstig, lagerbeständig und einfach handhabbar sein. Der internationale Adhäsionsbarrieren Markt wird angesichts von 1,6 Millionen gynäkologischen Eingriffen allein in den USA im Jahr 2000 auf ca. $ 500 Millionen geschätzt.

Aufbauend auf einem biologischen Antagonismus von Matrixmolekülen gegenüber verschiedenen Zelltypen soll im Rahmen dieses Projektes ein neuartiges Inversionsprinzip umgesetzt werden: eine für gefäßlose Gewebebildung (z.B. Knorpel) geeignete Implantatmatrix müsste im Gegenzug demnach die gefäßabhängige Narbenbildung (hier vor allem die Adhäsion zwischen verschiedenen Gewebeoberflächen im Bauchraum) unterdrücken, da die jeweils beteiligten Zellen gegenläufige (= invertierte) Zell-Matrix Abhängigkeiten aufweisen. Tatsächlich konnten wir in Pilotexperimenten nachweisen, dass ein spezielles auf Albumin basierendes Hydrogel genau diese Eigenschaften zeigt, da einerseits Knorpelgewebe gefördert, andererseits aber die Adhäsionsbildung im Bauchraum verhindert wird. Ziel des Projektes ist es, a) chemische/technische Eigenschaften des Hydrogels zu einem anti-adhäsiven Inversionsgel (InGel) weiterzuentwickeln und b) genau angepasste minimalinvasive Applikationsinstrumente zu entwickeln.

Projektpartner

  • Aesculap AG, Tuttlingen, Germany
  • Cellendes GmbH, Reutlingen, Germany
  • Tetec AG, Reutlingen, Germany
  • Universitätsklinikum, Frauenklinik, Tübingen, Germany

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