In den 1950er Jahren führten die ersten landesweiten Impfprogramme zu bedeutenden Fortschritten im Gesundheitswesen, da tödliche Kinderkrankheiten wie Diphtherie und Polio weitgehend ausgerottet wurden. Moderne Impfprogramme retten heute jährlich schätzungsweise 2-3 Millionen Leben. Trotz technologischer Fortschritte in der Impfstoffentwicklung, wie beispielsweise die Entwicklung neuartiger mRNA-Impfstoffe, bestehen weiterhin Herausforderungen. So scheitert die Entwicklung von Impfstoffen gegen schwer adressierbare Erreger (z.B. Tuberkulose) oder Erreger mit hoher Vielfalt (z.B. Influenza) oft bereits in einem frühen Stadium. Hinzu kommt, dass die meisten Impfstoffe Kindern verabreicht werden, sich die aktuelle Forschung jedoch überwiegend auf ältere Erwachsene konzentriert. Studien an Kindern sind oftmals schwierig durchzuführen und neue Zielstrukturen für potentielle Impfstoffe schwer zu finden.
Das Ziel des Projekts „VaccineDisc“ ist daher die Erforschung der Immunantwort auf neue Impfstoffe, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, um die Vorhersagegenauigkeit der Impfwirkung zu verbessern. Hierfür wird eine automatisierte Testplattform entwickelt, um mittels humaner Gewebemodelle individuelle Impfantworten zu untersuchen. Diese wird mit einer neuen Methode zur Echtzeitüberwachung verknüpft, die eine kontinuierliche Erfassung der Impfstoffreaktionen ermöglicht. Um das Projektziel zu erreichen, werden verschiedene Verfahren aus der Mikrosystemtechnik und dem Tissue Engineering mit Bildgebung und Methoden zum Nachweis von Proteinen kombiniert.
Abschließend wird der entwickelte Ansatz mittels einer Impfstoff-Fallstudie validiert. Zu diesem Zweck werden verschiedene Impfstoffe auf der Plattform getestet, um die Impfantwort bei Kindern und Jugendlichen vorherzusagen.
BioDevCenter
Projektleiter