DeciPain

Projektbild:
Titel des Projekts:
DeciPain
Teasertext:
Ein integrierter Ansatz um gegen Schmerzen, Drogen zu erforschen und Targets zu validieren
Start:
01.09.2012
Ende:
31.08.2016
Projektleiter:
Dr. Paolo Cesare
Geldgeber:
  • EU MC Career Integration Grant
Projektträger:
  • EU MC Career Integration Grant
FKZ:
322298
Textfeld:

Ziel des vorliegenden Projekts ist es, durch die Implementierung eines prädiktiven in vivo-Schmerzmodells, zur Entschlüsselung spontaner Schmerz-pathways und zur gründlichen Bewertung von Arzneimittelwirkungen bei der Schmerz-Signalgebung, die aktuellen Grenzen der Schmerzforschung zu überwinden.

Beschreibung:

Chronische und neuropathische Schmerzen, die in der Regel als spontane Schmerzen, Schmerzüberempfindlichkeit oder beides diagnostiziert werden, sind eine maladaptive Reaktion des Organismus auf Verletzungen und Entzündungen.
Die Suche nach neuen wirksamen Medikamenten zur Behandlung dieser lähmenden Zustände hat sich als besonders schwierig erwiesen, da Wirkstoffe mit guter Wirksamkeit in präklinischen Modellen oft nicht die Endpunkte klinischer Studien erreichen. Eine allgemein akzeptierte Erklärung für diese Diskrepanz ist, dass praktisch alle präklinischen Analgetika-Tests nur eine begrenzte Vorhersagbarkeit haben, da sie auf Modellen evozierter Schmerzen basieren, während Patienten hauptsächlich die Linderung spontaner Schmerzen anstreben.
Um die Lücke in unserem Wissen über den Mechanismus des spontanen Schmerzes zu schließen und den Erkenntnisprozess zu besseren Analgetika zu beschleunigen, schlagen wir vor, eine neue in vivo-Plattform zur Entschlüsselung von Schmerzwegen in Tiermodellen des spontanen Schmerzes zu implementieren. Ein neuer elektrophysiologischer Ansatz, die Hochdurchsatz-Mikroneurographie (HT-MNG), wird durch den Einsatz der hauseigenen Nanotechnologie und Mikroelektronik umgesetzt. Dieser Ansatz wird mit in vivo RNA-Interferenz und Optogenetik kombiniert und validiert, indem er sich speziell an Ziele richtet, die bekanntermaßen an chronischen und neuropathischen Schmerzzuständen beteiligt sind.

Die vorgeschlagene präklinische in vivo-Plattform hat ein großes Translationspotenzial, da HT-MNG-Aufnahmen aus Tiermodellen Daten liefern, die direkt mit denen von menschlichen Patienten vergleichbar sind. Wir erwarten daher, dass unser Projekt wesentlich dazu beitragen wird, teure Misserfolge in Phase-II- und Phase-III-Schmerzstudien aufgrund mangelnder Wirksamkeit von Medikamenten zu vermeiden. Darüber hinaus kann das Projekt durch die Möglichkeit, spezifische Erregungsmuster in peripheren Neuropathien zu messen und zu erkennen, dazu beitragen, Patienten zu identifizieren, die eher auf ein bestimmtes Medikament, eine bestimmte Dosis oder ein bestimmtes Regime ansprechen, was neue Möglichkeiten für eine personalisierte Medizin eröffnet.