Mit dem Stabwechsel endet eine Ära. 20 Jahre hat Prof. Hugo Hämmerle, zunächst als stellvertretender Institutsleiter und seit 2008 als Leiter, das Institut geprägt und vorangebracht. Er übergibt nun ein Institut, das „zu den erfolgreichsten Instituten im Land“ gehöre, so Hoffmeister-Kraut.
Hämmerle habe eine „Vision für das NMI gehabt“ und das Institut zielgerichtet zum führenden Forschungsstandort der Biomedizintechnik im Land ausgebaut. „Seine Erfolgsbilanz ist beispielhaft und einmalig“, lobte die Ministerin und würdigte in ihrer Ansprache die wichtigsten Meilensteine seiner Arbeit.
Besonders hob die Ministerin die Verdienste für den Technologietransfer und die Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft hervor. „Sie stehen wie kein anderer für den Gründergeist am NMI, 15 Ausgründungen und damit die Schaffung von über 300 Arbeitsplätzen in der Region sind eine beeindruckende Bilanz.“ Gleichzeitig lobte Hoffmeister-Kraut das große Engagement Hämmerles für die Innovationsallianz Baden-Württemberg, ein Bündnis aus 13 anwendungsorientierten, wirtschaftsnahen Instituten des Landes. „Ohne Sie würde es dieses wichtige Instrument des Technologietransfers im Land in dieser Form nicht geben“. Zur weiteren Unterstützung des NMI als „wertvoller Innovationspartner im Land, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen “ übergab die Wirtschaftsministerin einen Förderbescheid über eine Grundfinanzierung für 2018 in Höhe von 3,3 Millionen Euro an die neue Institutsleiterin.
„Sie können mit großem Stolz zurückblicken“, so formulierte auch Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch in ihrer Rede ihre Wertschätzung für den scheidenden Institutsleiter und Partner der Stadt Reutlingen und bedankte sich für die Weiterentwicklung der Region, das Ansiedeln von Zukunftstechnologien und die erfolgreiche Schaffung von Hightech-Arbeitsplätzen. „Das NMI betreibt Spitzenforschung und ist wichtiger Innovationsmotor in unserer Region. Mit ihrer Arbeit haben sie maßgeblich zum Technologiewandel der Stadt beigetragen und mit dem NMI eine Keimzelle für die hervorragende Entwicklung des Technologieparks Tübingen-Reutlingen geschaffen,“ sagte Barbara Bosch.
Unter dem launigen Titel „Vom Omnibusbahnhof Reutlingen ins Bio-Valley“, zeichnete Prof. Dr. Eberhart Zrenner, langjähriger Direktor der Universitäts-Augenklinik Tübingen und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender des NMI, in seiner Festrede die Erfolgsgeschichte des Instituts von den Anfängen 1985 bis heute nach und sparte nicht an Lob für den „geborenen Lenker“ Hugo Hämmerle und die Nachfolge durch Prof. Katja Schenke-Layland. Die enge Verbindung zur Universität - über die Jahre von Hugo Hämmerle ausgebaut - würdigte Prof. Dr. Bernd Engler, Rektor der Universität Tübingen. Last but not least dankte Dr. Oliver Pötz, CEO und Gründer der Signatope GmbH, mit emotionalen Grußworten für die große Unterstützung Hugo Hämmerles und wünschte sich an die neue Leitung gewandt ein Fortführen dieses Erfolgskonzepts.
„Da stimmt einfach alles“ – Nachfolge durch Prof. Dr. Katja Schenke-Layland
Mit Prof. Dr. Katja Schenke-Layland übernimmt erstmalig eine Frau die Spitze eines der Institute der Innovationsallianz Baden-Württemberg. Die neue Leiterin hat seit 2011 eine Professur für Medizintechnik und Regenerative Medizin, welche im Department für Frauengesundheit, Forschungsinstitut für Frauengesundheit, unter der Leitung von Prof. Diethelm Wallwiener und Prof. Sara Brucker angesiedelt ist. Ihre Forschungsschwerpunkte passen ausgezeichnet zu den zahlreichen biomedizinischen Forschungsthemen des NMI. Leitungserfahrung an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Forschung sammelte sie bereits während ihrer Karriere am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, wo sie zuletzt seit Januar 2016 gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Oehr kommissarisch das Institut leitete. Als Leiterin des NMI führt die 41-jährige Biologin nun in Reutlingen ihre Kompetenzen in Forschung und Management zusammen, während sie gleichzeitig ihre Professur an der Eberhard Karls Universität Tübingen weiter ausübt.
„Sie treten in große Fußstapfen, aber Sie kommen nicht mit leeren Händen an das NMI. Sie bringen neue spannende Themen und Projekte mit und dazu ein Forscherteam von der Universität Tübingen, das das Leistungsspektrum des Instituts fruchtbar ergänzen wird“, freute sich Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut über die gelungene Nachfolge in der Institutsleitung. „Da stimmt einfach alles“, so
brachte es Prof. Dr. Bernd Engler mit Blick auf die herausragende Expertise und große Erfahrung von Katja Schenke-Layland auf den Punkt und gratulierte dem NMI zu dieser Besetzung, die nicht zuletzt auch die enge Verbindung des NMI zur Universität Tübingen weiter stärken wird.