Medikamente sicherer machen: NMI am Projekt HEARTCORE beteiligt

Die Vorhersage, ob Medikamentenwirkstoffe kardiotoxisch sind, also dem Herz schaden könnten, ist ein wichtiger Faktor in ihrer Entwicklung. Forschende des NMI wollen gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft diese Vorhersagen zuverlässiger machen. Sie arbeiten zusammen im EU-Pathfinder-Projekt HEARTCORE, die Projektleitung liegt bei der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Die Tests auf Kardiotoxizität bauen bisher entweder auf Tiermodelle oder stark vereinfachte Tests in Zellkultur. Die Anwendbarkeit von deren Ergebnissen auf den Menschen ist daher eingeschränkt.

Mit Hilfe von Herz-Organoiden auf Mikroelektrodenarrays sollen diese Vorhersagen deutlich verbessert werden. „Bei HEARTCORE haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Sicherheitsprüfungen im Bereich der Kardiologie näher an die menschliche Physiologie heranzuführen“, erklärt Dr. Udo Kraushaar, Projektleiter am NMI und Experte für Elektrophysiologie. „Durch die Kombination modernster Herz-Organoid-Biologie mit dreidimensionalen elektrophysiologischen Aufzeichnungen und computergestützter Modellierung wollen wir eine aussagekräftigere Grundlage für die frühzeitige Bewertung der Arzneimittelsicherheit schaffen.“

Der NMI-Wissenschaftler Dr. Peter Jones, Experte in der Entwicklung von Mikroelektrodenarrays (MEAs) ergänzt: „Mit unserem Mesh MEA, einem hauchdünnen Netz mit integrierten Elektroden, können wir elektrische Aktivität innerhalb der Organoide messen und so noch bessere Aussagen darüber treffen, wie bestimmte Wirkstoffe auf Herzzellen wirken.“

„HEARTCORE entwickelt die weltweit erste integrierte Plattform, die 3D-Organoide des menschlichen Herzens, mehrschichtige Netz-MEAs, Laser-Optoporation und KI-gestützte Risikovorhersage kombiniert – und damit 3D-Elektroaufzeichnungen von menschlichem Herzgewebe ermöglicht“, fasst Robert Zweigerdt, Professor an der MHH und Leiter des Projekts, zusammen.

Das Projekt HEARTCORE wird durch das EU-Pathfinder-Programm gefördert, für das sehr strenge Zulassungskriterien gelten. Es ist somit ein großer Erfolg für das NMI und alle anderen Beteiligten. Das Projekt ist für 4 Jahre ausgelegt und wird von der EU mit 3 Mio. Euro finanziert. (Förderkennzeichen: 101257413)

Neben der MHH, die das Gesamtprojekt koordiniert, und dem NMI sind auch die Universitat Politècnica de València, die Reutlinger Firma Multi Channel Systems GmbH (MCS), sowie das italienische Startup Foresee Biosystems (FBS) an HEARTCORE beteiligt.

Pressemitteilung der MHH: https://www.mhh.de/presse-news/neue-test-plattform-fuer-herzsicherheit-von-medikamenten

HEARTCORE-Projektseite: https://www.heartcore-eic-pathfinder.eu/

Datum:
08.09.2026
Kategorien:
Aktuelles