Projekte

Innovative Reinigungsverfahren in der Fertigung von Medizinprodukten

Was leisten neue Verfahren wie Plasmareinigung und CO2-Schneestrahlreinigung?

Projektname: InnoRein
Innovative Reinigungsverfahren in der Fertigung medizintechnischer Produkte
Projektleiter: Dr. Rudolf Reichl
Geldgeber: Firmenkonsortium
Laufzeit von: 01.11.2009
Laufzeit bis: 30.11.2011

Bei diesem Verbundvorhaben werden neuartige Reinigungsverfahren auf ihre Anwendbarkeit, Leistungen und Tauglichkeit untersucht. Im Fokus stehen Produkte der Medizintechnik und insbesondere schwer zu reinigende Teilbereiche wie Sackbohrungen, Hinterschneidungen oder Kanülenbohrungen mit einem großen Längen-/Durchmesserverhältnis. Dabei wird die Reinigung auch im Zusammenhang mit gezielten Funktionalisierungen von Werkstoffoberflächen vor der weiteren Bearbeitung betrachtet.

Beschreibung

Die Endreinigung nach der Fertigung gewinnt bei Medizinprodukten zunehmend an Bedeutung. Im Umfeld einer steigenden Sensibilisierung im hygienischen Bereich wird von benannten Stellen ein Nachweis über die Sauberkeit und Partikelarmut der Produktoberflächen gefordert.

Eine nicht optimal gereinigte Implantatoberfläche kann schon bald nach der Implantation zu erheblichen Komplikationen wie Entzündungen des umliegenden Gewebes führen. Aber auch Langzeiteffekte können für eine deutlich verringerte Standzeit des Implantates verantwortlich sein und schlechte Noten für das entsprechende Produkt bedeuten, obwohl das Produkt selbst alle sonstigen Anforderungen bestens erfüllt.

Traditionelle nasschemische Reinigungsverfahren stoßen bei schwierigen Produktgeometrien wie Sackbohrungen, Hinterschneidungen oder Kanülenbohrungen mit einem großen Längen-/Durchmesserverhältnis schnell an Ihre Grenzen. Grund dafür ist in der Regel eine ungenügende Bespülung der Werkstoffoberflächen in diesen Bereichen, was zum einen eine ungenügende Reinigung der Oberflächen bewirkt und zum anderen den Abtransport der abgelösten Kontamination erschwert.

In vielen Fällen stellt die Reinigung nach der Fertigung aber auch nicht unbedingt den letzten Prozess-schritt dar. So könnte die gereinigte Werkstoffoberfläche weiteren Behandlungsschritten unterzogen werden wie Oberflächenfunktionalisierungen durch geeignete Beschichtungen oder chemische Modifikationen der Werkstoffoberfläche selbst.

Vor diesem Hintergrund sind vermehrt Anfragen nach neuen Reinigungsverfahren entstanden. Innovative Reinigungsverfahren wie die Plasmareinigung und die CO2-Schneestrahlreinigung könnten hier zu deutlichen Verbesserungen führen.

Die Ziele des geplanten Verbundvorhabens sind Untersuchungen zu Anwendbarkeit, Leistungen und Tauglichkeit neuer innovativer Reinigungsverfahren wie die Plasmareinigung und die CO2-Schneestrahlreinigung vornehmlich auf dem Gebiet der Medizintechnik. Im Vordergrund stehen dabei insbesondere schwierig zu reinigende Produktgeometrien wie Sackbohrungen, Hinterschneidungen oder Kanülenbohrungen mit einem großen Längen-/Durchmesserverhältnis sowie eine in Verbindung mit der Reinigung gezielte Funktionalisierung von Werkstoffoberflächen vor der weiteren Bearbeitung.

Eine Anhebung der Sauberkeitsstandards nach dem aktuellen Stand der Reinigungstechnologie ist dagegen ausdrücklich nicht das Ziel dieses Verbundvorhabens.

Neben den innovativen Reinigungsverfahren soll auch ein nasschemisches validierbares Reinigungsverfahren für die Medizintechnik vorgestellt werden vor dem Hintergrund einer möglichen Integration der Plasmareinigung und der CO2-Schneestrahlreinigung.

An ausgewählten Oberflächen soll die Biokompatibilität der mit den innovativen Reinigungsverfahren behandelten Oberflächen geprüft werden.

Projektpartner

  • 31 Firmen, vorwiegend aus der Medizintechnik

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