Biomedizintechnik

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Prof. Dr. Burkhard Schlosshauer
Immunologie an Grenzflächen

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Regeneration im Nervensystem

Leitschienen für die periphere Nervenregneration

Anders als das zentrale Nervensystem sind verletzte periphere Nerven potenziell in der Lage zu regenerieren. Der Regenerationsprozess verläuft jedoch sehr langsam und häufig finden die Nervenfortsätze ihr Zielgewebe nicht. Nervenleitschienen sollen die Regeneration verbessern.

Jährlich werden weltweit 100.000 – 400.000 Menschen mit Schäden peripherer Nerven neurochirurgisch behandelt. Eine vermutlich wesentlich größere Zahl von Patienten bleibt jedoch unbehandelt. Einfache Hohlfasern als Nervenleitschienen sind bereits zugelassen und werden mit mäßigem Erfolg eingesetzt.

Wir arbeiten daran, die Leitschienen und damit die Regeneration von peripheren Nerven deutlich zu verbessern. Das Ziel ist die Wiederherstellung motorischer und sensorischer Funktionen sowie das Verhindern von fehlgeleitetem Nervenwachstum und schmerzhafter Neurombildung.

siRNA Biomaterialien

siRNA (small interfering ribonucleic acid) stellt eine Klasse kleiner Nukleinsäuremoleküle dar, die gezielt die Synthese ausgewählter Proteine hemmen können. Da inzwischen viele molekulare Regulationsmechanismen in Zellen bekannt sind, können Proteine identifiziert werden, deren Ausschalten zu einer verbesserten Regeneration führt. Dies trifft für Situationen zu, bei denen biologische Faktoren wie Proteasen, Entzündungsmediatoren und andere Zellkomponenten Regenerationsvorgänge hemmen.

Dieses Gentechnik-freie Verfahren bietet die Möglichkeit, Implantate zu veredeln (Biofunktionalisierung), Therapeutika zu entwickeln  und zu charakterisieren oder zelluläre Regulationsmechanismen aufzuklären. Am NMI stehen jetzt zahlreiche Verfahren zur Verfügung.