Biomedizintechnik

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Prof. Dr. Burkhard Schlosshauer
Immunologie an Grenzflächen

Tel: 07121 51530-20
schlosshauer(at)nmi.de

Gefäßsystem

Das Gefäßsystem spielt in der regenerativen Medizin eine zentrale Rolle. Zum einen bei
(A) Implantaten für eine verbesserte Nährstoffversorgung
und zum anderen bei
(B) der Restenose von Blutgefäßen.

Angionese
Alle Gewebe mit wenigen Ausnahmen wie dem Knorpel hängen zwingend von einer guten Durchblutung ab. Typischerweise ist der Abstand von Gewebezellen zur nächsten Blutkapillare kaum mehr als 0,1 mm. Entsprechend ist es nötig, dass weitgehend unabhängig vom betroffenen Gewebe oder Implantattyp die Angiogenese (Gefäßneubildung) ausreichend und schnell genug erfolgt.

Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung/Evaluierung von Implantatmaterialien, die eine schnelle Angiogenese erlauben. Hierzu werden u.a. humane Endothelzellkulturen eingesetzt, um Biomaterial-Zell Wechselwirkungen zu bewerten. Untersuchungen im Chorioallantoismembran Modell (Blutgefäße des angebrüteten Hühnereis – s. Abbildung rechts) und präklinische Tierversuchsstudien mit histologischen Charakterisierungen sind Zwischenstationen auf dem angestrebten Weg in die klinische Anwendung.

Restenose
Das Gefäßsystem selbst ist ebenso Gegenstand der regenerativen Medizin. Bei Stentimplantationen oder Ballonkatheter Dilatationen zur Aufweitung verengter Blutgefäße kommt es zu Verletzungen der luminalen Endothelzellschicht von Gefäßen. Die Verletzung kann lebensgefährdende Nachwirkungen wie Blutpfropfbildung (Thrombose) und Gefäßverwachsungen (Restenose) nach sich ziehen. Entsprechend wird versucht eine schnelle Regeneration läsionierter Gefäße zu erreichen. Ein Forschungsansatz in Kooperation mit der Universitätsklinik Tübingen und einem Katheterhersteller zielt darauf ab nach Verletzung der Endothelzellschicht eine schnelle Ausheilung verletzter Gefäße zu erreichen, indem Blut-ständige Stammzellen gezielt an die Läsionsstelle rekrutiert werden.