Institut

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (m/w), Teilzeit (50%) mit Möglichkeit zur Promotion

Mikrofluidisches mikrophysiologisches in vitro („organ-on-chip“) Modell der Leber

Das NMI an der Universität Tübingen, ein Forschungsinstitut der Innovationsallianz Baden-Württemberg, betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Die Arbeitsgruppe BioMEMS & Sensorik entwickelt Mikrofluidiksysteme und Sensoren für Anwendungen in Biotechnologie und Medizin.

Motivation und Thema
Konventionelle in vitro Modelle der Leber aber auch Tiermodelle zeigen wesentliche Mängel hinsichtlich der Übertragbarkeit der in Wirkstofftests erzielten Ergebnisse auf den menschlichen Organismus. Ursachen hierfür liegen in den unphysiologischen Kulturbedingungen einerseits sowie Speziesunterschieden.
Mikrophysiologische in vitro Systeme („organs-on-chip“) werden derzeit weltweit als vielversprechende Alternativen diskutiert und erforscht. Durch eine organ-ähnliche 3DAnordnung humaner Zellen und eine physiologische Perfusion sollen in vitro Modelle mit hoher Prädiktivität in Bezug auf die Wirkung von Medikamentenkandidaten im menschlichen Organismus entstehen.
Das NMI hat im Rahmen eines industriellen Verbundprojektes mit dem HepaChip® ein mikrofluidisches in vitro Modell der Leber im Multiwellformat entwickelt. Ein nun bewilligtes weiteres Vorhaben zielt auf die Etablierung und Erforschung perfundierter Leber-Kokulturen auf dieser Plattform. Dieses System bietet einzigartige Voraussetzungen, das Verhalten dieser Kulturen bzgl. Metabolismuskapazität und Toxinen zu messen und mit in vivo Daten zu vergleichen.

Die Dissertation zielt auf

  • Systematische Optimierung von Prozessen und Medien zur Herstellung von Kulturen mit hoher Langzeitstabilität auf der Basis des HepaChip® Systems
  • Erforschung von Metabolismuskapazität und Verhalten gegenüber Toxinen
  • Messung lebertypischer Proteine mittel Immunhistologie, Nachweis der lebertypischen Zonierung

Wir bieten

  • Forschungsarbeit in einem industriellen Verbundprojekt mit hoher Anwendungsrelevanz
  • Hervorragend ausgestattete Labors für Zellbiologie, Mikrofluidik, Mikroskopie, Bioanalytik und Biochemie.
  • Sorgfältige Betreuung in einem engagierten, multidisziplinären und kollegial agierenden Team.

Voraussetzungen

  • Naturwissenschaftliches Studium mit mehreren der folgenden Schwerpunkte: Zellbiologie, Pharmazie, Toxikologie, Mikrofluidik
  • Interesse an einer ausgesprochen interdisziplinären Forschungsarbeit mit hoher Anwendungsrelevanz
  • Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke insbesondere in der Interaktion mit Ingenieuren und Naturwissenschaftlern aller Disziplinen
  • hohe Eigenmotivation und Ergebnisorientierung sowie Geschick und Freude an interdisziplinärer experimenteller Tätigkeit.

Literaturhinweise
Hagmeyer B, Becker H, Werner S, Stelzle M. Auf Herz und Nieren prüfen. Physikjournal. 2016;15(10):31-6.

Schütte J, Hagmeyer B, Holzner F, Kubon M, Werner S, Freudigmann C, et al. “Artificial micro organs”—a microfluidic device for dielectrophoretic assembly of liver sinusoids. Biomed Microdevices. 2011;13(3):493-501.

Godoy P, Hewitt NJ, Albrecht U, Andersen ME, Ansari N, Bhattacharya S, et al. Recent advances in 2D and 3D in vitro systems using primary hepatocytes, alternative hepatocyte sources and non-parenchymal liver cells and their use in investigating mechanisms of hepatotoxicity, cell signaling and ADME. Arch Toxicol. 2013;87(8):1315-530.

Bewerbungen bitte per Mail an
Dr. Martin Stelzle | martin.stelzle@nmi.de, 07121-51530 75